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Der „wilde Gaul“ kam spät in Fahrt
14 Teams am Start beim Rasenmäherrennen
LĂĽbbecke-Nettelstedt (mela). Benzingeruch liegt in der Luft, Motorengeheul fegt ĂĽber den Platz. Der Einzug der Rennteams gleicht dem von Gladiatoren: Zu lauter Musik postieren sich die Fahrer, gefolgt vom seelischen Beistand, im Angesicht zum Publikum.
Etliche Fahrer demonstrieren Stärke, indem sie den Bleifuß auf dem Gaspedal parken. Ein letztes Aufheulen vor dem Start, dann geht's los. Mann gegen Mann messen die Nettelstedter ihre Kräfte. Beim inzwischen legendären Rasenmäher-Rennen.
14 Teams wollen's wissen. Wer hat seine Gartenmaschine am besten im Griff und durchfährt den Hindernisparcours möglichst strafpunktfrei? Welcher Beistand vermag den Eimer Wasser möglichst zielgenau in den vom Fahrer auf dem Aufsitzer mitgeführten Plastikbecher zu schütten? Und vor allem: Welches Team hat seine Fahrfähigkeiten korrekt eingeschätzt?
Die Organisatoren des TuS Nettelstedt haben zur aktuellen Gaudi noch einen drauf gelegt. Für Fehleinschätzungen hinsichtlich der späteren Platzierung verteilen die Helfer um Moderator Maik Drake Strafpunkte. Und die will eigentlich kein (Rasenmäher-) Rennfahrer einkassieren.
„Die Schnecken-Schlitzer“ glauben sich des Sieges sicher. Im letzten Jahr hatte es geglückt, aber ob die erfolgreiche Pokalverteidigung klappt? Die Flasche Sekt haben sie vorsichtshalber schon mal dabei. Fast euphorisch und mit lautem Schlachtgesang feiern die „Schnecken-Schlitzer“-Kollegen Florian Westerfeld auf seinem Aufsitzer an.
Etwas weniger lautstarke Unterstützung erhalten die Mitglieder des 1. Fahr-und Reitvereins Nettelstedt. Doch in der Ruhe liegt bekanntlich die Kraft. Zum Nettelstedt-Spektakel auf dem Sportplatz hat sich der Fahrclub-Chef Heinz Siebe selbst in den Sattel geschwungen. Mit Augenmaß nimmt er die Schikanen noch mit stoischer Seelenruhe, doch nachdem Vereinskollege Uwe Kröger am Ende der Bahn ganz passabel das Gefäß in Siebes rechter Hand mit einem Wasserweitwurf gefüllt hat, dreht „Der wilde Gaul“ auf gerader Strecke doch noch richtig auf. Ein kleiner Buckler, das entscheidende Überholmanöver auf den letzten Metern: Platz drei springt am Ende für das Team „Der wilde Gaul“ heraus, nur „Aspel Racing-Team I“ und „Red Bull“ waren besser.
Die Ergebnisse: 1. „Aspel Racing-Team“ mit Fahrer Siegfried Kettler (74 Punkte), 2. „Red Bull” , Rainer Siebeking (77 ), 3. „Wilder Gaul“, Heinz Siebe (78), 4. „Die Schnecken-Schlitzer“, Florian Westerfeld (87), 5. „Mc Fast“, Carsten Kröger und „Aspel Racing-Team II“, Horst Elias, (beide 88), 7. „Big Mc“,Heinz Tiemann (89), 8. „Mc Dreck”, Ralf Cassing (97), 9. “McLittle”, Sylke Arning (98), 10. „Grashopper Weingarten“, Jochen Schwarze (102).
Einzug: Vor dem offiziellen Rennstart stellten sich die 14 Teams dem Publikum vor.
Foto: Ahlemeier
Quelle: Neue Westfälische Lübbecke
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